Gesunde Ernährung im Untertagbau ist machbar
22.06.2010
Die Projektträger zogen heute an einer Medienkonferenz auf der NEAT-Baustelle in Sedrun ein positives Fazit: «Ganz sicher wurde das Essen in der Kantine noch besser und auch gesünder», resümierte Ferdinand Eibel, Polier des Bauunternehmens Implenia. Der Transco-Baustellenenleiter Christian Krauer betonte den betriebswirtschaftlichen Nutzen des Projektes: «Eine gesunde Ernährung hat Wohlbefinden und entsprechend gut motivierte Mitarbeitende zur Folge». Fausto Mondin vom Kantinenbetreiber Cantine Lentini SA gab sich überzeugt, dass die Ergebnisse des Projekts zu einer neuen Ernährungskultur auf den Baustellen und zu einer Verbesserung der Gesamtarbeitsverträge beitragen werden.
Gemäss Andrea Ensslin vom Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH) ist der Transfer auf weitere Baustellen vorgesehen. Das Projekt zeige, wie die «betriebliche Gesundheitsförderung in der Baubranche umgesetzt werden kann». Auch André Kaufmann von der Gewerkschaft Unia erhofft sich von den Projektergebnissen «Impulse für das Thema Arbeit und Ernährung in der ganzen Baubranche». Damit würde nicht nur die Lebensqualität der Arbeitnehmenden verbessert, auch die hohen Kosten von 9-10 Milliarden Franken, welche arbeitsbedingte Gesundheitsbelastungen jedes Jahr verursachen, könnten gedämpft werden.
Ambitioniertes Projekt der Sozialpartner
Die Sozialpartner Transco und Unia wollten mit dem Projekt «Gesunde Ernährung im Untertagbau» auf der Tunnelbaustelle Sedrun in den Jahren 2007 bis 2009 sowohl beim Angebot an gesunden Mahlzeiten als auch bei den Essgewohnheiten der Mitarbeitenden konkrete Verbesserungen erzielen. Unterstützt wurden sie dabei von Spezialist/innen des AEH und von der Kantinenbetreiberin Cantine Lentini SA.
In der ersten Phase analysierte das Projektteam das Essverhalten der Arbeitnehmenden und das Angebot bzw. die Zubereitung der Kantinenmahlzeiten. In einer zweiten Phase sensibilisierte das Projekt mit einem Informationsstand, einem einfachen Gesundheitscheck für die Arbeitnehmenden sowie mit Plakaten und Broschüren die Beschäftigten für die Wichtigkeit einer gesunden Ernährung. Einzelne Arbeitnehmende – sogenannte Multiplikatoren – achteten freiwillig auf eine gesunde Ernährung und propagierten das Thema gegenüber den Arbeitskollegen. Gleichzeitig wurden gemeinsam mit dem Kantinenpersonal neue Menupläne geschaffen.
Weitere Informationen:
Hans Hartmann, Mediensprecher Gewerkschaft Unia
Esther Bürki, Marketing und Kommunikation Implenia Management AG
>>Dokumentation zur Medienkonferenz

